ROCK THE BOX JANUAR

2011 geht langsam zu Ende, deshalb ist es jetzt ein passender Zeitpunkt für eine kurze Rückschau. Musikalisch gesehen haben sich einige neue und wilde Musikstile entwickelt wie Dutch house und dub step, die sich aber vielleicht nicht so gut in die schwule Szene einfügen. Parallel dazu gab es eine Rückkehr zu den Wurzeln von House, Techno und Disco. Und wir haben die Entwicklung von Tech-House miterlebt, was scheinbar die Kontrolle über die Clubs übernommen hat. Deutschland war (natürlich) ganz an der Spitze, besonders Karl Kalkbrenner aus Berlin. Er erreichte die Top 100 DJ-Liste von Mixmag, nachdem er den Soundtrack zu dem Film „Berlin Calling" komponiert und aufgeführt hatte.

Als Australier, der schon mehr als sechs Jahre in Deutschland lebt, werde ich von echt verwirrten Deutschen oft gefragt: „Warum hast du Sydney verlassen, um in Deutschland zu wohnen?" Die Antwort ist einfach. Ich war in vielen Ländern und habe einen Ort gesucht, der musikalisch und sozial/kulturell am anregendsten ist, einen Ort, an dem ich angeregt und kreativ sein konnte. Die endgültige Wahl war New York, London oder Berlin. Schließlich ist es Berlin geworden, weil es sich über mehrere Jahre als die aufregendste Stadt erwiesen hat. Berlin hat mir den Kopf verdreht. Kreativität war (hörbar und sichtbar) überall präsent, und die kulturelle Vielfalt macht auch einen Teil des Reizes aus.
In ganz Deutschland habe ich eine Vielzahl von musikalischen Stilen und Talenten entdeckt. In Köln habe ich eine außergewöhnliche musikalisch Nische gefunden, wie es sie sonst nirgendwo gibt. Die Greenkomm erschafft eine Klangwelt, die die sinnliche und klassische Schönheit von Renaissance Records (a la Sasha und John Digweed) beinhaltet, aber mit einer Extraportion spanischen Rhythmus, Spannung und deutschem Techno!
Für die, die diesen Sound mögen, wird die Party am 1. Januar sehr gut sein. Es gibt drei Räume mit DJs, die Neujahrs-Greenkomm bietet die legendären Tech-House DJs Lissat & Voltaxx (Köln) und Hardy Heller (Mannheim), Wilfied (Düsseldorf), Andrei Stan von der Demence Brüssel und noch Kölner DJs wie Jeremy Dyens und andere. (www.greenkomm.de)
Ein anderer Partytipp für Liebhaber dieser Musik ist die RUDE BOY Party, die im TOUCH Nightclub in Köln (früher Blumengold) stattfindet. Die erste Party findet am 17. Dezember statt, es spielen Jon Doe (Nachtangst Records) und der Pariser Superrocker Ben Manson. Es gibt „heiße und sexy Underground-Musik für heiße und sexy Partygänger."
(www.rudeboy-cgn.de)
In diesem Jahr gab es einige faszinierende Produktionen aus Barcelona, und das führende Label dort ist Guareber Records.
Das Label wurde von den DJ/Producern Nacho Chapado, Ivan Gomez und Fran Ramirez gegründet. Der Sound von Guareber hat sich seitdem dauerhaft etabliert.
Schaut euch den Stream auf www.facebook.com/guareberrecordings an und hört die neuesten Stücke auf www.soundcloud.com/guareber-recordings.
Diesen Monat konnte ich Nacho Chapado zum Thema Guareber interviewen.
Erzähl uns doch mal, wie und warum Guareber Recordings begann.
Nacho: Ivan und ich begegneten uns unter lustigen Umständen. Ivan war Resident DJ in einem Club. Ich fragte ihm nach dem Titel eines Stücks, das er gerade spielte. Es war Ivans eigener Zusammenschnitt von Pryda und Black Eyed Peas. So begann unsere Freundschaft. Fran kam erst Jahre später dazu. Er machte einen Remix von einem Stück von Ivan und mir, „China in my Hands". Danach begannen wir, Freunde zu werden, und die spanische House-Mafia war geboren!
Wir haben das Label Guareber Recordings offiziell vor anderthalb Jahren begonnen, aber Ivan und ich hatten es schon über zwei Jahre im Kopf. Wir wollten ein neues Label mit einem frischen und anderen Image erschaffen als die üblichen spanischen Labels – junge Leute mit neuen Ideen zu Tribal, Progressive und Tech house – Musik.
Welche Arten von Musik bringt Guareber heraus?
Nacho: Wir mögen eine Mischung aus Tribal und Progressive House, aber ganz besonders House Music. Vor einem Monat haben wir versucht, Techno zu integrieren, aber wir haben uns in der letzten Saison dazu entschlossen, es nicht in den Vordergrund zu stellen. Wir mögen Techno sehr, aber es ist nicht unbedingt der Geschmack der Leute, die unsere Musik in Online-Stores kaufen.
Guareber besteht aus Nacho, Fran und Ivan. Was bringt jeder von euch als besondere Fähigkeit ein?
Nacho: Ivan ist unser Rhythmus-Mann. Fran ist unser spanischer Daniel Portman oder Dinka – wir machen immer Späße darüber. Die Musik von Fran ist sehr melodisch und international. Ich versuche immer, etwas 80er- oder 90er- Tanzmusik einzubauen, diese Zeit mag ich besonders.
Welche anderen Größen gibt es bei Guareber?
Nacho: Javi Rodenas ist ein bedeutender neuer Producer, eine Entdeckung auf unserem Label. Ebenfalls Coqui Selection, Aitor Galan und die verblüffende Stimme von Patricia Leidig.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft eures Labels?
Nacho: Wir hoffen auf eine gute Lösung für die Raubkopiererei auf der ganzen Welt.


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