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SAFER SEX 2012

Veröffentlicht in THEMA

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aidsschleife
Kondome, Viruslast und die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
 
Bis vor einigen Jahren galt die Gleichung Safer Sex=Kondom. Seit einiger Zeit hört man, Safer Sex ist auch ohne Kondom möglich, wenn HIV richtig behandelt wird. Wie verhält es sich denn nun mit dem Safer Sex im Jahre 2012?

So schön SEX ist, schon immer wurde er von weniger schönen Krankheiten begleitet. Krankheiten, die sich sexuell übertragen lassen. Spätestens seit HIV ist einem bewusst, wie ernst das sein kann - dabei verbreiteten zuvor schon Syphilis und Hepatitis ihre Schrecken, oft mit tödlichen Folgen.

Safer Sex als Synonym für AIDS
Der Begriff des Safer Sex kam erst mit AIDS auf. Es war lange die einzige Methode, mit der sich eine HIV-Ansteckung ziemlich effektiv verhindern ließ.
Sicherlich wäre auch schon zuvor durchaus sinnvoll gewesen, Kondome zu benutzen, helfen sie doch auch bei weiteren Krankheiten wie Hepatitis. Aber diese Erkrankungen wurden lange nicht als so ernst wahrgenommen.

Mit dem Erfolg antiviraler Therapien nahm über die Jahre die Angst vor der Ansteckung mit HIV ab und Safer Sex=Kondom wurde von vielen als lästige Spaßbremse wahrgenommen, für Einige wurde der Sex ohne Kondom unter dem Begriff BareBack sogar zum besonderen sexuellen Kick.

 
oastronauten de
Kampagne der Schweizer AIDS-Hilfe
 
Safer Sex ohne Kondom?
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass eine wirksame Behandlung einer HIV-Erkrankung mit anti-viralen Medikamenten so wirksam vor Ansteckungen schützt wie Kondome. Die durch Studien abgesicherte Erkenntnis hat inzwischen das Label „Viruslastmethode“ erhalten. Erfolgreiche Behandlung=Schutz vor Infektion!
Die Höhe des HIV-Infektionsrisikos hängt maßgeblich von der Höhe der Viruslast des infizierten Partners ab. Der Begriff Viruslast bezeichnet die Anzahl der Viren, die in einer Körperflüssigkeit enthalten sind. Vor allem Menschen mit ganz frischen Infektionen, die häufig selbst noch gar nichts von ihrer Infektion wissen, können andere sehr leicht anstecken, weil sie in diesem Stadium eine besonders hohe Viruslast haben, also hochansteckend sind.

Eine stabile und erfolgreiche HIV-Therapie senkt also nicht nur das Risiko, infolge der HIV-Erkrankung AIDS auszubilden, es senkt auch die Viruslast beziehungsweise die Zahl infizierter Zellen in den Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten und damit das Ansteckungsrisiko für andere. In diesem Fall ist auch Sex ohne Kondom Safer Sex.

Wie groß ist das Restrisiko?
Weltweit ist bisher nur ein Fall dokumentiert, in dem HIV trotz wirksamer Therapie übertragen wurde. Analog zu anderen Viruserkrankungen kann gesagt werden, dass das Restrisiko sehr gering ist.
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein bei der „Viruslastmethode“?
Die Viruslast muss mindestens seit einem halben Jahr unter der Nachweisgrenze liegen und der HIV-Positive muss die Medikamente regelmäßig einnehmen. Nur ein regelmäßiger Bluttest (am besten alle drei Monate) kann zeigen, ob die Viruslast tatsächlich gegen Null ist, also Ansteckungen de facto nicht möglich sind.
 
Welche Probleme gibt es bei der Viruslast-Methode?
Das größte Problem stellt die unregelmäßige Einnahme der Medikamente dar. Wer die Tabletten immer wieder vergisst oder z.B. nicht mit in den Urlaub nimmt, bei dem findet sich nach zwei bis drei Wochen wieder eine hohe Viruslast im Blut. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit von Resistenzen, eine Gefahr, die grundsätzlich gegeben ist, aber durch die dreimonatigen Checks rechtzeitig erkannt werden kann.
 
Steigern andere Infektionen das Risiko?
Generell erhöhen sexuell übertragene Infektionen wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien das Risiko der HIV-Übertragung. Beim HIV-Träger haben diese aber bei einer wirksamen Therapie nur wenig Einfluss auf das Übertragungsrisiko.
Anders sieht es beim HIV-Negativen aus, der sein Risiko durch weitere Infektionen stark steigert, da diese für viel Angriffsfläche für das  HI-Virus sorgen.
 
Wo kann die Viruslast-Methode das Kondom ersetzen?
Wer nicht zur weiteren Ausbreitung von HIV beitragen möchte, für den gibt es heute mehrere Möglichkeiten:Die Viruslastmethode, also eine erfolgreich angewandte Therapie, eignet sich besonders für regelmäßigen Sex zwischen Partnern, die sich und ihren Status kennen - z.B. in einer Partnerschaft, in der der eine HIV+, der andere HIV- ist. Hier wirkt sie so sicher wie das Kondom.Wenig geeignet ist die Viruslastmethode für die freie Wildbahn.

Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass es für Viele scheinbar ebenso schwer ist, Medikamente regelmäßig einzunehmen, wie ein Kondom zu benutzen. In dieser Studie - die allerdings eine sexuell besonders aktive Gruppe von Männern umfasste - schaffte es nur die Hälfte, die Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Wenn man aber die Therapie nicht im Griff hat, geht man als HIV-Positiver das Risiko ein, andere anzustecken bzw. als HIV-Negativer, wenn man auf das Kondom verzichtet, sich anzustecken. Vor allem bei anonymen Kontakten mit Partnern, deren Gesundheitsstatus man nicht kennt, ist das Kondom weiterhin der beste Schutz, zudem es auch das Risiko anderer sexuell übertragbarer Infektionen gleich mit verringert.