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DEIN JAHR 2012!

Veröffentlicht in NACHGEFRAGT

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o nachgefragt 234
Das Jahr neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Für uns ist dies die Zeit euch zu fragen, was für euch das Highlight und was für euch der Flop in 2012 war?
 
 
oKai
Kai, 23, Passau
Mein persönliches Highlight des Jahres war mein Coming Out auf dem Arbeitsplatz, zu dem ich mich nach langer Zeit durchgerungen habe. Ich war wirklich sehr überrascht von der positiven Resonanz meiner Kollegen, weil die Firma doch ein reiner Machomänner-Betrieb war, bei dem Frauen, Sex und Sport zu den Tagesthemen gehören. Die Kollegen fanden es alle in Ordnung und waren beeindruckt von meinem Mut und meiner Ehrlichkeit und unterstützen mich. Eine gute Hand voll war sogar mal mit mir in einer Szenekneipe, obwohl ich ihnen das niemals zugetraut hätte.
Der persönliche Flop dieses Jahres war nach dem Umzug aufs Land die negative Behandlung der Mitarbeiter im Gesundheitsamt bei meinem Routine-HIV-Test, die mit mir herablassend und wie mit einem Aussätzigen umgesprungen sind. Uncool! Man sollte mit den Leuten, die verantwortungsbewusst handeln, nicht auch noch schlecht umgehen.

oDeniz
Deniz, 35, Bochum
2012 ist viel Tolles und weniger Tolles passiert. Mein Highlight aber waren die Teilnahme an den CSDs in Madrid und Istanbul, denn innerhalb dieser katholisch bzw. moslemisch geprägten Gesellschaften so viel Mut, Politisches und Alternatives zu sehen, war überragend. Anstelle schlechter House-Remixe trommelten in beiden Metropolen die Menschen auf den Straßenzügen. Das war mitreißend und einzigartig.
Flop des Jahres ist für mich die Berichterstattung über Krisen in Nahost und Euro-Krise. Denn man bekommt immer mehr den Eindruck, manipuliert zu werden. Ich vermisse eine objektive, wahrheitsliebende Berichterstattung. Der Neoliberalismus mit all seinen faulen Blüten widert mich an.

oBasti
Basti, 25, Greifswald
Mein Highlight dieses Jahr war der erste „Tag der Akzeptanz“, der in Greifswald stattfand. Dort wurde im äußersten Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern eine Art CSD durchgeführt, der jedoch nicht nur für queere Gruppen, sondern auch für alle anderen Gruppen der Gesellschaft da sein soll, die Akzeptanz fordern. Organisiert wurde das vom Aktionsbündnis Queer in Greifswald und findet nun jährlich statt.
Der Flop des Jahres war die so genannte „Herdprämie“. Die Kinder sollten lieber unter Menschen, um wichtige Regeln der Gesellschaft zu lernen und nicht zu Hause versteckt werden.

oNenad
Nenad, 26, Zürich
Im März war ich mit Freunden, die ich im Leben nicht missen möchte, auf einem Trip im Skigebiet St. Moritz. Ob bei der Autofahrt dorthin oder beim Versuch, Ski zu fahren, was nicht bei allen so klappte wie es sollte (mich einbegriffen), morgens beim Aufstehen jeden einzelnen Blauen Fleck am Körper zu spüren und sich dabei denkt, dass man keinen weiteren Tag übersteht auf der Piste. Frühstück mit Brötchen, die man selbst backt, trotz Bäckerei nebenan (wenn ihr unsere eigene Kreation gesehen hättet, wüsstet ihr warum ich zum Bäcker wollte). Oder bei den abendlichen Sauftouren in den Dorfkneipen. Es gab soviel zu lachen in den 5 Tagen, es war einfach nur perfekt, jede einzelne Minute. Einen wirklichen Flop hätte ich gar nicht auf Lager.

oSven
Sven, 36, Wiesbaden
Mein Highlight des Jahres war, dass ich auf dem Wiesbadener CSD aufgelegt habe und sehen konnte, dass Schwule und Lesben doch zusammen feiern können, was im Rhein Main-Gebiet ja nicht so üblich ist. Mein Flop des Jahres sind Versicherungskämpfe, die sich weit über ein halbes Jahr hinaus ziehen. Und das bei einem einfachen Blechschaden. Da frage ich mich, wie wohl Personenschäden behandelt werden.
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