Nun stehen sie also fest, die finalen 26 Teilnehmer des Eurovision Song Contests in Malmö. Und es wird bunt zugehen, denn die Ergebnisse der beiden Semi-Finals am Dienstag und Donnerstag brachten einige Überraschungen hervor.
Kaum jemand hatte z.B. mit der Teilnahme des Rumänen Cezar mit seinem Falsettgesang, von der Bild-Zeitung auch herzlich 'Dracula' genannt, und dem Titel 'It's my life' gerechnet. Ebenso überraschend: Nicht ein einziges Land des ehemaligen Jugoslawiens hat es in den Wettbewerb geschafft. Als Erfolg, bzw. Sieg, sehen viele Länder von daher schon alleine den Einzug ins Finale. So z.B. auch die Georgier Sophie Gelovani und Nodi Tatishvili, die ihre Auftritte und Erfolge drei gefallenen georgischen Soldaten in Afghanistan widmen. Sichtlich mitgenommen, gab der Georgier dies in der gestrigen Pressekonferenz bekannt.
Doch was wäre ein Eurovision Song Contest schon ohne Überraschungen?
Bisher von der Presse und englischen Buchmachern als Favoritin hoch gehandelt wird die Dänin Emmelie de Forest, doch letztenendes könnten einige andere Interpreten für weitere Überraschungen sorgen. So z.B. auch Griechenland, deren Auftritt mit ihrer Folk-Ska Nummer 'Alcohol is free' im zweiten Semi-Finale nicht nur die Halle in Malmö zur Party-Zone machte. Die Finnische Interpretin Krista Siegfrids kommt ebenfalls bestens im Kreise der ESC-Fans an, hat sie ihre Hymne 'Marry me' im Laufe des Contests doch passenderweise in die aktuelle Homo-Ehen Diskussion verwoben, denn wem ist nicht klar, in welchen Gruppen der ESC besonders beliebt ist? Auch Deutschland könnte sich am Sonntagmorgen verwundert die Augen reiben, denn unsere Teilnehmer Cascada zählen zu dem engeren Favoritenkreis und sind eindeutig im europäischen Ausland beliebter, als in der eigenen Heimat.
Polen, Portugal, die Slowakei, die Türkei und Tscheschien haben von vornerein den Contest in diesem Jahr boykottiert, ihnen passt unter Anderem nicht, dass fünf Länder direkt ins Finale gesetzt sind (u.A. auch Deutschland, Frankreich), weil sie ganz einfach die größten Finanziers des Contests sind. Aber liebe europäische Freunde, wollt ihr den Contest lieber selber finanzieren und somit überhaupt erst ermöglichen? Auch das seit einigen Jahren eingeführte neue Abstimmungsverfahren, in dem nun auch eine Jury zu 50% am Ergebnis Einfluss nimmt, gefällt diesen Ländern nicht.
Nichtsdestotrotz schaut die Welt auf Europa und Malmö, Journalisten aus aller Herren Länder sind zugegen und lassen sich vom wohl außergewöhnlichsten Wettbewerb weltweit mitreißen. Und in diesem Fall kann man jetzt schon 12 Punkte an Europa vergeben.
Text: mk, Bild: eurovision.tv