FILM IM FEBRUAR

Die Oscars dieses Jahr haben wohl nur drei Überraschungen parat: 1. dass Ben Affleck nicht als Regisseur nominiert ist, obwohl er sogar einen Golden Globe für seinen tollen Film „Argo" gewonnen hat, und 2. den französisch-deutsch-österreichischen Film „Liebe", der nicht nur als fremdsprachiger Film nominiert wurde, sondern in vier weiteren Königskategorien wie Regie und Bester Film. Doch nur die Anzahl an Nominierungen überrascht, denn Hanekes „Das weiße Band" war 2010 schon zwei Mal nominiert.
Ein anderer Deutsch-Österreicher (und entfernt mit Haneke Verwandter) verdeutlicht, dass Hollywood seit „Lola rennt" wieder mehr Gefallen gefunden hat an deutschsprachigen Talenten: Ebenfalls 2010 mit einem Oscar ausgezeichnet, ist Christoph Waltz schon wieder für eine Nebenrolle in einem Tarantino-Film nominiert. Diese Rolle ist ihm sogar vom Kultregisseur auf den Leib geschrieben worden. In diesem Zusammenhang überrascht 3. die sträfliche Missachtung von „Cloud Atlas" von den Wachowskis (Lana hat sich ja zu ihrer Transsexualität bekannt) und Tom Tykwer. Hier schließt sich leider kein deutscher Kreis.
Stattdessen bedachten die Amerikaner wieder hauptsächlich ihre „Helden": Z.B. ihren Präsidenten „Lincoln", der die Sklaverei abgeschafft hat und von niemand anderem als Spielberg verfilmt wurde, mit gleich 12 Nominierungen (wobei ich von Anfang an sagte, dass er so gut wie keinen gewinnen wird). Aber auch Kathryn Bigelow, die – wieder 2010 – als erste Regisseurin ausgezeichnet wurde, darf mit ihrer amerikanischen Heldengeschichte hoffen: Sie verfilmte die Auffindung und Ermordung von Osama bin Laden. Nicht dass der Film spannender ist als der über den 11. September, aber Amerika feiert sich in solchen Punkten ja gern selbst.
Aber auch Ang Lees „Life of Pi" (siehe Gewinnspiel), der Musicalfilm „Les Misérables" oder die Liebeskomödie „Silver Linings" gehen mit vielen Nominierungen ins Rennen. Am 24.02. werden wir auch erfahren, ob Adeles James-Bond-Lied gewinnt und sie damit vielleicht doch überzeugt werden kann, bald ein neues Album zu machen.
Gute Unterhaltung und fröhliches Oscar-Fieber wünscht euch

Martin ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! )

27. Teddy Award der Berlinale 2013
Welche schwul-lesbisch-transsexuellen Filme die Internationalen Filmfestspiele Berlin (07.-17.02.) wirklich zeigen, zeigt sich erst nach Redaktionsschluss. Bekannt ist jedoch, dass Sänger Rufus Wainwright nicht nur im Dokufilm „Sing Me the Songs That Say I Love You" vertreten ist, sondern auch bei der großen Teddy-Verleihung am Freitag 15.02. in der Station Berlin auftritt. Bei der Gala rund um den wichtigsten queeren Filmpreis der Welt wird unter Wowereits Schirmherrschaft viel Prominenz erwartet. Im Anschluss geht es um 23 Uhr mit einer großen Party weiter. Karten gibt es ab 27€ (nur Party 18€) unter der Hotline 030-4799 7474 oder unter www.teddyaward.tv. Einen Tag vorher lädt der Teddy e.V. ins Monster Ronson's, wo John Cameron Mitchell („Shortbus", „Hedwig") mit seinem DJ-Team Mattachine Dance Party erstmals in Europa auflegt. In der März-Ausgabe folgt unser ausführlicher Berlinale- und Teddy-Bericht.
Welche schwul-lesbisch-transsexuellen Filme die Internationalen Filmfestspiele Berlin (07.-17.02.) wirklich zeigen, zeigt sich erst nach Redaktionsschluss. Bekannt ist jedoch, dass Sänger Rufus Wainwright nicht nur im Dokufilm „Sing Me the Songs That Say I Love You" vertreten ist, sondern auch bei der großen Teddy-Verleihung am Freitag 15.02. in der Station Berlin auftritt. Bei der Gala rund um den wichtigsten queeren Filmpreis der Welt wird unter Wowereits Schirmherrschaft viel Prominenz erwartet. Im Anschluss geht es um 23 Uhr mit einer großen Party weiter. Karten gibt es ab 27€ (nur Party 18€) unter der Hotline 030-4799 7474 oder unter www.teddyaward.tv. Einen Tag vorher lädt der Teddy e.V. ins Monster Ronson's, wo John Cameron Mitchell („Shortbus", „Hedwig") mit seinem DJ-Team Mattachine Dance Party erstmals in Europa auflegt. In der März-Ausgabe folgt unser ausführlicher Berlinale- und Teddy-Bericht.

Django Unchained (Kino)
Quentin Tarantino meldet sich mit einem Western zurück und scheint Christoph Waltz zu seiner neuen Muse erkoren zu haben, denn die Rolle des Dr. King Schultz ist dem deutschen Schauspieler auf den Leib geschrieben. Schultz befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx), um mit seiner Hilfe das Kopfgeld für drei Männer einzustreichen. Django hingegen sinnt auf Rache an Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), den Käufer seiner Frau. „Django Unchained" ist typisch Tarantino: gewohnt brutal, genial, mit starken Dialogen und großartigen Darstellern. Nominiert für 5 Oscars. Ab 17.01. (Sony)
Quentin Tarantino meldet sich mit einem Western zurück und scheint Christoph Waltz zu seiner neuen Muse erkoren zu haben, denn die Rolle des Dr. King Schultz ist dem deutschen Schauspieler auf den Leib geschrieben. Schultz befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx), um mit seiner Hilfe das Kopfgeld für drei Männer einzustreichen. Django hingegen sinnt auf Rache an Calvin Candie (Leonardo DiCaprio), den Käufer seiner Frau. „Django Unchained" ist typisch Tarantino: gewohnt brutal, genial, mit starken Dialogen und großartigen Darstellern. Nominiert für 5 Oscars. Ab 17.01. (Sony)

Westerland (Kino)
Der türkischstämmige Cem lebt auf Sylt und macht eine Ausbildung beim Ordnungsamt. Von irgendwoher strandet der Streuner Jesús, der Drogen nimmt und eine Essstörung hat, in Cems Leben. Die beiden beginnen eine zarte Freundschaft und kommen sich näher. Doch eine Liebesbeziehung zwischen ihnen kann eigentlich nur schief gehen.
Tim Staffel verfilmte seinen eigenen Roman „Jesús und Muhammed" mit ebensolcher erzählerischen Kühl- bzw. Kargheit, wie er die Landschaft Sylts einfing. Gestraffter hätte es durchaus interessant sein können. Ab 21.02. (Salzgeber)
Der türkischstämmige Cem lebt auf Sylt und macht eine Ausbildung beim Ordnungsamt. Von irgendwoher strandet der Streuner Jesús, der Drogen nimmt und eine Essstörung hat, in Cems Leben. Die beiden beginnen eine zarte Freundschaft und kommen sich näher. Doch eine Liebesbeziehung zwischen ihnen kann eigentlich nur schief gehen.
Tim Staffel verfilmte seinen eigenen Roman „Jesús und Muhammed" mit ebensolcher erzählerischen Kühl- bzw. Kargheit, wie er die Landschaft Sylts einfing. Gestraffter hätte es durchaus interessant sein können. Ab 21.02. (Salzgeber)

Skinny (DVD)
Ein Jahr nach ihrem Uniabschluss treffen sich fünf Freunde in New York wieder. Gastgeber Magnus hat sich frisch getrennt und hofft auf ein lustiges Wochenende; Joey und Langston kriegen es einfach nicht hin, flachgelegt zu werden; Sebastian ist immer noch heimlich in Kyle verliebt und spart sich für ihn auf, doch Kyle vergnügt sich lieber auf wilden Partys. Es passiert teils heftiger Scheiß an dem Wochenende, aber Patrick-Ian Polk („Noah's Arc") erschafft mit brillanter Besetzung eine emotional aufrichtige, mitreißende Dramödie. Ab 31.01. (Pro-Fun)
Ein Jahr nach ihrem Uniabschluss treffen sich fünf Freunde in New York wieder. Gastgeber Magnus hat sich frisch getrennt und hofft auf ein lustiges Wochenende; Joey und Langston kriegen es einfach nicht hin, flachgelegt zu werden; Sebastian ist immer noch heimlich in Kyle verliebt und spart sich für ihn auf, doch Kyle vergnügt sich lieber auf wilden Partys. Es passiert teils heftiger Scheiß an dem Wochenende, aber Patrick-Ian Polk („Noah's Arc") erschafft mit brillanter Besetzung eine emotional aufrichtige, mitreißende Dramödie. Ab 31.01. (Pro-Fun)

Lincoln (Kino)
Nach dem Kriegspferd in „Gefährten" wendet sich Steven Spielberg wieder einem Krieg zu, dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) versucht die Sklaverei per Gesetz abzuschaffen, doch nur knapp und mit geschickten Winkelzügen kann er dies durchsetzen. Die Filmbiographie über den 16. US-Präsidenten geht mit stolzen 12 Nominierungen ins Oscar-Rennen, wird aber nur wenige davon gewinnen. Denn auch wenn Amerikaner ihre Helden lieben, hat der Film doch einige Macken und konnte nur einen einzigen Golden Globe einstreichen. Ab 24.01. (Fox)
Nach dem Kriegspferd in „Gefährten" wendet sich Steven Spielberg wieder einem Krieg zu, dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) versucht die Sklaverei per Gesetz abzuschaffen, doch nur knapp und mit geschickten Winkelzügen kann er dies durchsetzen. Die Filmbiographie über den 16. US-Präsidenten geht mit stolzen 12 Nominierungen ins Oscar-Rennen, wird aber nur wenige davon gewinnen. Denn auch wenn Amerikaner ihre Helden lieben, hat der Film doch einige Macken und konnte nur einen einzigen Golden Globe einstreichen. Ab 24.01. (Fox)



Wichtiger Hinweis: Kommentare im Blog erscheinen erst nach Freischaltung durch die Redaktion. Da wir nicht rund um die Uhr arbeiten, kann es mitunter etwas dauern, bis auch Ihr Kommentar zu sehen ist. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Danke.
Die Regeln für die Kommentare können sie hier lesen!